Hauptmenü
Frettieren
Frettieren im Vorland (Flächenbaue)
Frettieren mit Schützen
Bei besonders großflächigen Bauen mit sehr vielen Baulöchern, ist ein Verschließen aller Bauöffnungen mit Reusen oder Netzen nur sehr schwer möglich. Man würde beim Anbringen der „Fallen“ auch so viel Unruhe auf dem Bau erzeugen, dass die Kaninchen in den Bauen sehr schwer zu sprengen wären. Dies wiederum erhöht die Gefahr für das Frettchen.
Nur der Frettchenführer betritt den Baubereich, sucht sich ein sichtbar belaufenes Bauloch aus und setzt dort das Frettchen an. Das Verhalten des Frettchen ist an diesem Punkt meist schon sehr aufgeregt und wie ein kleiner Pelzpfeil verschwindet das Frettchen im Bau. Anschließend zieht sich der Frettchenführer leise zu einem Punkt am Rand der Bauanlage zurück, von wo aus er alles überblicken kann. Wir handhaben es so, dass der Frettchenführer sich hinhockt. So wissen die Schützen, wo der Frettchenführer sich befindet und sehen genau am Aufstehen, dass der Frettchenführer gleich seinen Platz verlässt.





Mit ein bisschen Erfahrung wechseln die Frettchen selbst die Baulöcher, falls diese nicht unterirdisch miteinander verbunden sind. Erst zum Abschluss der Jagd muss der Frettchenführer im besten Fall seine Position verlassen und das Frettchen zu sich locken.
Zum Frettieren darf man nur versierte Schützen mitnehmen. Das Frettieren ist auch für den Schützen sehr anstrengend. Manchmal passiert erstmal – oder zwischendurch – gar nichts. Die ganze Zeit über muss aber konzentriert beobachtet werden. Von einer Sekunde auf die Nächste kommt plötzlich ein Kaninchen aus dem Bau geflitzt – oder das Frettchen taucht zum Wechseln der Bauten auf. Der Schütze darf dann nicht vorschnell reagieren. Er muss zunächst das Tier einwandfrei ansprechen (erkennen) , dann seine Mitjäger im Auge behalten (Sicherheit bei Verwendung von Schusswaffen) und warten, bis das Kaninchen „nach hinten“ durchgelaufen ist. „Nach hinten“ bedeutet, dass das Kaninchen erst vom Bau weg durch die Schützenkette hinter die Schützen gelaufen sein muss, bevor es beschossen wird.
Die Schützen stellen sich in einigen Metern Entfernung kreisförmig um den Bau herum auf. Der Abstand sollte so gewählt werden, dass ein am Bauloch erscheinendes Kaninchen den Schützen nicht sofort sehen kann. Das könnte das Kaninchen zum Rückzug verleiten und die Arbeit für das Frettchen erschweren.
Die Anzahl der Schützen sollte wegen der Unruhe am Bau nicht zu groß sein. Wir frettieren bei dieser Jagdform mit Zwei bis maximal sechs Schützen.
Niemals wird auf den Bau geschossen. Absolutes „No Go“ ist der Schuss auf eines der Baulöcher aufgrund einer Bewegung. Zum einen kann dies statt eines Kaninchens auch das Frettchen sein. Und zum Anderen wird ein verletztes Kaninchen sich immer in den Bau zurückziehen und nicht mehr springen. Das Frettchen wird unweigerlich auf das verletzte Kaninchen treffen und die dabei entstehende Gefahrensituation muss man ausschließen.
Mitgeführte Jagdhunde müssen an der Leine bleiben, bis sie wirklich gebraucht werden und anschließend gleich wieder angeleint werden. Liegt das Kaninchen nach einem sauberen Schuss sofort, wird der Hund nicht geschickt. Nach Ende der Jagd holt der Schütze dies selbst. Unser eigener Jagdhund kennt unsere Frettchen als kleine Helferlein und ignoriert sie. Bei fremden Hunden kann man davon nicht ausgehen und taucht das Frettchen im ungünstigen Moment auf, kann es vorkommen, dass der Hund es im Eifer des Gefechtes greift.
Wir sprechen da leider aus eigener Erfahrung, als der Jagdhund von einem befreundeten Jäger beim Weg zum notwendigen Apport auf unsere kleine Sally traf, die just da den Bau wechselte. Zum Glück sammelte er sie nur zum Apport auf und sie kniff ihm sofort in die Lefzen, um ihm klar zu machen, dass sie das nicht will. Trotzdem erlitt Sally schwere Quetschungen an der Wirbelsäule und Rippen, so dass sofort ein Notfalltermin beim Tierarzt angesagt war. Sally ging es durch die schnelle und gute tierärztliche Versorgung, sowie unserer Pflege bald wieder gut.