Jagdfrettchen


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Hanni & Nanni: Misshandelt

Mensch, denk nach!

Am 21. Februar 2009 bekamen wir einen Anruf von unserer Bekannten (Frettchenzüchterin). Sie hatte zwei "Notfelle" Albinofähen aufgenommen, die nach falscher Handhabung / Haltung bissig waren und fragte uns, ob wir uns den beiden annehmen wollten. Da bei ihr in Kürze die ersten Welpengeburten anstanden, wurde es mit ihrer Zeit eng, dann allen gerecht zu werden. Nach kurzem Überlegen und Abwägen (Zeit, Platz, ectr., ...) holten wir die beiden Fähen am frühen Abend zu uns. Bereits auf der Heimfahrt bekamen die Beiden die Namen "Hanni" und "Nanni".

Die erste Nacht verbrachten Hanni und Nanni in unserem behelfsmäßigen Käfig. Am nächsten Morgen (Sonntag) begannen wir damit, diesen ehemaligen Kaninchenkäfig frettchengerecht umzubauen.

Vielen Dank an dieser Stelle der Schwester meines Mannes für den Käfig.

Einen Teil der "Bauphase" verbrachten Hanni und Nanni in unserem Auslauf mit Buddelkiste. Leider waren sie die meiste Zeit damit beschäftigt, den Draht anzugreifen und einen Ausgang zu finden.

Die folgenden Tage waren recht anstrengend und auch teilweise schmerzhaft für uns. Nanni (links) zeigte sich zugänglicher als Hanni, die richtig Wege suchte, um an uns heran zu kommen, zu attackieren und auch zu beißen. Beide waren sehr schreckhaft und verschwanden bei jedem unerwarteten Geräusch außer Sicht.

Mit jedem Tag gewöhnten sich die Beiden mehr ein. Eine feste, tägliche Routine schaffte dabei auch langsam Vertrauen. Zu Anfang fassten wir sie nur an, um sie aus dem Käfig zu nehmen und nach dem Auslauf auf der Diele wieder hinein zu setzen, um den Stressfaktor niedrig zu halten. Immer wenn wir sie berührten, bekamen sie Vitaminpaste, damit sie es als "positiv" empfanden. Mit jedem weiteren Tag berührten wir sie auch im Spiel immer mal, so dass sie sich langsam daran gewöhnten und merkten, dass nichts schlimmes dabei passierte. So manches Mal wurden wir auch getestet nach dem Motto: "Ich kneife mal ... zuckst du dann weg ?"

Nach ein paar Tagen markierten wir Hanni, um die Beiden sicher auseinander halten zu können. Bei Nanni trat inzwischen bereits eine deutliche Besserung ein. Sie kam von sich aus auf uns zu, wir konnten sie aufnehmen und streicheln, sie "guckerte" uns an, damit wir mit ihr spielten und kletterte unsere Hosen hoch, um auf den Arm zu kommen.

In der vierten Woche machte es auch irgendwo bei Hanni "klick" und sie war wie ausgewechselt. Wir benötigten immer weniger Vitaminpaste, beide suchten regelrecht unseren Kontakt und kletterten von sich aus auf unsere Hände.

Als wir unsere "Zwillinge" holten, hatten wir dieses Ziel frühestens in ein paar Monaten gesehen. Aber nachdem sie sich so gut machten, haben wir Hanni und Nanni am 05. April 2009 unserer 3er Gruppe auf neutralem Boden (Diele) vorgestellt.
Die Zusammenführung klappte problemlos. Sicherheitshalber hatten wir alle 5 im Genick mit Vitapaste eingeschmiert. Aber sie begegneten sich ganz ruhig und beschnüffelten sich nur neugierig. Nach einer Viertelstunde setzten wir alle 5 zusammen in das große Außengehege.
Am nächsten Morgen kamen alle zusammen aus einem der Schlafplätze, fraßen zusammen ... und stellten gemeinsam den Vorraum (Schleuse) zum Gehege auf den Kopf.

Nach ausgiebigem Toben wurde sich wieder zusammen gekuschelt.
In Kürze werden Hanni und Nanni kastriert, geimpft und gechipt. Was im Vorfeld mit ihnen angestellt wurde, dass sie so aggressiv und bissig waren, können wir nur vermuten. Wir sind dankbar, dass sie uns vertrauen und nun zu unserer "Bande" gehören.
Vielen Dank auch an Sabine und Holger, die uns Hanni und Nanni anvertraut haben und uns zutrauten, dass wir die Zwei hinbekommen.
Ende April 2009 sind beide kastriert, geimpft und gechipt worden.

Am 01. Juni 2009 mussten wir uns leider von Hanni verabschieden. Seit ein paar Tagen bekam sie immer wieder Aussetzer und startete plötzliche Beißattacken. Außerdem baute sie körperlich ab und wirkte, als würde sie ständig "unter Strom" stehen, obwohl alles ruhig und alltäglich war. Heute war es so schlimm, dass sie sich in unseren Armen fest biss. Herausfinden können wir es leider nie, aber vermutlich hatte sie aus ihrer Vergangenheit einen Schaden im Kopf nach behalten.


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